Deutlich tiefere Preise – jetzt bietet sich ein attraktives Einkaufsfenster

Die Ölpreise geben zum Wochenschluss nach. Der Brent-Rohölkontrakt fiel an der ICE erstmals seit April wieder unter die Marke von 90 Dollar pro Barrel. Auslöser waren Aussagen von US-Präsident Trump, wonach ein Abkommen mit dem Iran praktisch ausgehandelt sei und nur noch unterzeichnet werden müsse. Zusätzliche Unterstützung erhielt diese Einschätzung durch die Absage weiterer US-Militärschläge gegen iranische Ziele, die zuvor noch angekündigt worden waren.

Für den Ölmarkt steht dabei vor allem die mögliche Wiederöffnung der Strasse von Hormus im Fokus. Trump stellte in Aussicht, dass die wichtige Schifffahrtsroute nach einer Unterzeichnung des Abkommens zeitnah wieder freigegeben werden könnte. Die Meerenge ist von zentraler Bedeutung für die weltweite Ölversorgung und bleibt trotz zuletzt leicht steigender Exportmengen ein entscheidender Unsicherheitsfaktor. Die Transportvolumen liegen weiterhin deutlich unter dem Niveau vor Beginn des Konflikts.

Gleichzeitig dämpft die Unsicherheit über den tatsächlichen Verhandlungsstand die Erwartungen. Während Washington Fortschritte signalisiert, verweist Teheran darauf, dass wichtige Punkte noch geklärt werden müssten. Entsprechend bleiben die Ölpreise stark von den neuesten Schlagzeilen abhängig.

Unterstützt werden die Preise weiterhin durch niedrige Lagerbestände. Laut aktuellem OPEC-Monatsbericht gingen die OECD-Ölbestände im April gegenüber dem Vormonat um 48 Millionen Barrel zurück und liegen deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt.

Belastend wirken dagegen die steigenden Zinsen. Die EZB erhöhte ihre Leitzinsen wie erwartet um 25 Basispunkte. Höhere Finanzierungskosten und die bereits hohen Ölpreise könnten die Nachfrage in den kommenden Monaten bremsen.

Die schwächeren Notierungen an den Ölbörsen werden aktuell zwar teilweise durch leicht höhere Rheinfrachten abgefedert, dennoch ergeben sich bei den Inlandspreisen gegenüber den Vortagen deutliche Preisvorteile.

Nach den markanten Rückgängen der vergangenen Tage bietet sich aktuell ein attraktives Einkaufsfenster. Auch wenn die weitere Entwicklung stark von den Verhandlungen zwischen den USA und Iran abhängt und kurzfristige Preisschwankungen jederzeit möglich bleiben, befinden sich die Preise derzeit auf einem deutlich tieferen Niveau als noch vor wenigen Tagen. 

Börsendaten 12.06.2026 um 08:49
ICE-Gasoil JUL: 981.25$
ICE-Brent AUG: 88.52$
NY-Rohöl WTI JULI: 86.06$
US-Dollar/CHF: 0.7966
Rheinfracht nach Basel: 37.50