Die Preise purzeln – aber wie lange hält die Entspannung?

An den internationalen Märkten wächst die Hoffnung, dass sich die Lage im Nahen Osten entspannen könnte. Die politischen Entwicklungen in den USA nähren die Erwartung, dass der Iran-Konflikt möglicherweise früher als bisher angenommen beendet werden könnte. Das sorgt für eine spürbare Entlastung an den Ölmärkten.

 

Zusätzlichen Druck erhalten die Preise durch die wieder zunehmenden Rohöllieferungen aus der Golfregion. Nach monatelangen Störungen kommt wieder mehr Öl auf den Weltmarkt. Das Angebot übersteigt mittlerweile die Nachfrage deutlich. Damit hat sich die Versorgungslage entspannt und ein Angebotsüberschuss aufgebaut, der die Preise weiter belastet.

Doch während Rohöl günstiger wird, zeigt sich bei Diesel und Benzin ein anderes Bild. Hier bleibt die Situation angespannt. Die anhaltenden Lieferprobleme im Nahen Osten sowie die Angriffe auf russische Raffinerien sorgen weiterhin für Unsicherheit und können die Preise jederzeit wieder nach oben treiben.

Besonders im Blick behalten sollten wir nun auch die kommenden kalten Nächte. Mit sinkenden Temperaturen steigt erfahrungsgemäss der Heizbedarf. Das könnte die Nachfrage nach Heizöl kurzfristig beleben und die aktuelle Entspannung am Markt etwas bremsen. Gerade in einer ohnehin unsicheren Versorgungslage können zusätzliche Nachfrageimpulse schnell für neue Bewegung bei den Preisen sorgen.

Aktuell überwiegt an den Ölmärkten dennoch die Hoffnung auf eine politische Entspannung und eine besser werdende Versorgungslage. Viele Marktteilnehmer nutzen die Gelegenheit, um Gewinne mitzunehmen. Die fundamentale Markteinschätzung tendiert deshalb vorerst wieder leicht ins Bärische.

Was bedeutet das für den Inlandmarkt?

Für heute zeichnen sich gegenüber Mittwochmorgen nochmals deutliche Preisabschläge ab. Wer auf günstigere Einkaufsmöglichkeiten gewartet hat, findet aktuell ein interessantes Marktumfeld. Allerdings sollte man die Entwicklung nicht unterschätzen: Die kommenden kalten Nächte, die geopolitischen Unsicherheiten und die weiterhin angespannte Situation bei den Raffinerieprodukten könnten jederzeit wieder für stärkere Preisschwankungen sorgen.

 

Börsendaten 05.11.2026 um 09:00
ICE-Gasoil NOV: 1319.00$
ICE-Brent JAN: 95.13$
NY-Rohöl WTI DEZ:  88.02$
US-Dollar/CHF: 0.8154
Rheinfracht nach Basel: 270.00