Geopolitische Risiken und angespannte Versorgung stützen die Ölpreise
Die internationalen Ölmärkte bleiben von erheblichen geopolitischen Risiken geprägt. Nach zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen konnten sich die Ölpreise zum Wochenbeginn wieder erholen. Die anhalten Spannungen im Nahen Osten, Angriffe auf Handelsschiffe im Persischen Golf sowie neue Produktionsausfälle in Libyen sorgen weiterhin für meinen Risikoaufschlag am Markt.
Besonders die Strasse von Hormus bleibt ein kritischer Faktor für die globale Energieversorgung. Trotz diplomatischer Bemühungen zwischen regionalen Akteuren ist eine nachhaltige Entspannung zwischen den USA und dem Iran derzeit nicht absehbar. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, eine militärische Eskalation nach den Zwischenwahlen Anfang November nicht auszuschliessen.
Dieselmarkt bleibt weltweit angespannt
Neben den geopolitischen Risiken belasten rückläufige Rohölexporte aus der Golfregion, eingeschränkte Transportwege und niedrige Mitteldestillatbestände den Markt. Die Durchfahrten durch die Strasse von Hormus liegen weiterhin deutlich unter dem Normalniveau. Gleichzeitig bleiben die Frachtkosten hoch. Damit ist insbesondere der Dieselmarkt anfällig für weitere Preisbewegungen. Kurzfristige Rücksetzer durch Gewinnmitnahmen sind möglich, ändern jedoch wenig an der angespannten fundamentalen Ausgangslage.
Schweizer Markt: Logistik verschärft die Versorgungslage
Auch in der Schweiz bleibt die Mineralölversorgung angespannt. Das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein schränkt die Transportkapazitäten ein und verteuert die Versorgung. Hinzu kommen Verzögerungen bei Pipelinelieferung aus Südfrankreich, die einen zusätzlichen Engpass bei Diesel verursacht haben. Der Bund hat deshalb vom 23. Oktober bis zum 22. November Bezüge von bis zu 45’0000 Kubikmeter Diesel aus den Pflichtlagern bewilligt. Die Versorgung mit Diesel wird dadurch abgesichert; auch Heizöl und Benzin gelten derzeit als ausreichend verfügbar. Die Gesamtsituation bleibt jedoch fragil.
Ausblick: Aufwärtsrisiken überwiegen
Für Dienstag, 27. Oktober, bleibt die Marktlage von hoher Unsicherheit geprägt. Die weiter Entwicklung hängt insbesondere von den geopolitischen Ereignissen, der Lage in der Strasse von Hormus und den internationalen Produktnotierungen ab. Vorübergehende Preisrückgänge sind weiterhin möglich, eine nachhaltige Entspannung zeichnet sich jedoch nicht ab.
Für den Schweizer Heizöl- und Dieselmarkt bleibt das Risiko weiterer Preisaufschläge bestehen. Kunden mit konkretem Bedarf sollten die aktuelle Preisentwicklung aufmerksam verfolgen und rechtzeitig eine Offerte einholen.
Börsendaten 27.10.2026 um 08:52
ICE-Gasoil NOV: 1507.00$
ICE-Brent DEZ: 116.63$
NY-Rohöl WTI DEZ: 102.15$
US-Dollar/CHF: 0.8277
Rheinfracht nach Basel: 245.00