Ölmarkt unter Hochspannung: Iran-Konflikt treibt Preise weiter an

Ölmarkt unter Hochspannung: Iran-Konflikt treibt Preise weiter an

Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten sorgt zu Wochenbeginn für kräftige Aufschläge an den Ölbörsen. Nachdem die USA und Israel Luftangriffe auf den Iran gestartet haben, reagiert Teheran mit Gegenschlägen, darunter auch Angriffe auf Tanker in der strategisch enorm wichtigen Strasse von Hormus. Inzwischen gilt die Meerenge faktisch als gesperrt.

Kräftiger Preissprung bei Brent und Gasoil

  • Die Nordsee-Rohölsorte Brent Crude Oil sprang zeitweise wieder über die psychologisch wichtige Marke von 80 Dollar je Barrel, konnte diese Niveau jedoch zunächst nicht behaupten. ICE Gasoil verzeichnete einen massiven Tagesgewinn, begleitet von aussergewöhnlichen hohen Handelsumsätzen ein klares Zeichen für die Nervosität im Markt.
  • Charttechnisch startete der Handel zwar überkauft, doch die fundamentale Lage dominiert klar, dass Geschehen. Selbst Gewinnmitnahmen im US-Handel konnte die Kontrakte nicht nachhaltig unter Druck setzen.

Strasse von Hormus: 20 % des weltweiten LNG-Verkehrs betroffen

  • Besonders brisant: Laut iranischen Vertretern sei künftig jedes Schiff in der Strasse von Hormus ein potenzielles Ziel. Normalerweise passieren täglich Tanker mit bis zu 21 Mio. Barrel Rohöl sowie rund 20 % des globalen LNG-Bedarfs die Route. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass die Rohölexporte bereits drastisch eingebrochen sind.
  • Reedereien prüfen alternative Routen, längere Transportzeiten und steigende Frachten sind die Folge.
  • Die geplante Förderausweitung der OPEC+- Staaten im 206.000 Barrel pro Tag ab April verpufft vorerst wirkungslos. Zum einen greift sie erst in einigen Wochen, zum anderen bleibt fraglich, ob zusätzliche Mengen bei anhaltender Hormus-Blockade überhaupt exportiert werden können.

OPEC+ kann Preissprung nicht bremsen

Eine schnelle Deeskalation ist derzeit nicht in Sicht. Die faktische Schliessung der Strasse von Hormus, Produktionsausfälle in der Region und die zunehmende
Ausweitung des Konflikts sprechen kurzfristig klar für erhöhte Aufwärtsrisiken.

 

Der Ölmarkt bleibt damit klar geopolitisch getrieben und hochgradig nervös.

Börsendaten 03.03.2026 um 09:14
ICE-Gasoil MÄRZ: 967.25$
ICE-Brent MAI: 80.78$
NY-Rohöl WTI APRIL: 73.82$
US-Dollar/CHF: 0.7841
Rheinfracht nach Basel: 22.00