Die Ölmärkte bleiben weiterhin von geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Trotz einer überraschenden Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran gaben die Preise am Mittwochmorgen leicht nach, nachdem sie am Vortag deutlich gestiegen waren.
Haupttreiber der Preisbewegungen sind anhaltende Spannungen im Nahen Osten. Die Schifffahrt in der Strasse von Hormus ist weiterhin stark eingeschränkt, während zusätzlich Drohungen einer Blockade im Roten Meer für Unsicherheit sorgen. Gleichzeitig bleibt unklar, ob der Iran an weiteren Verhandlungen mit den USA teilnehmen wird.
Fundamental erhält der Markt Unterstützung durch rückläufige US-Ölbestände. Laut aktuellen Schätzungen wurden in allen wichtigen Kategorien – Rohöl, Destillate und Benzin – deutliche Abbauten verzeichnet, teils stärker als erwartet. Dies deutet auf eine robuste Nachfrage und ein begrenztes Angebot hin.
Die späte Preisrally am Dienstag wurde durch neue Zweifel an den Verhandlungen sowie mögliche Produktionskürzungen in Russland ausgelöst. Technisch konnte sich der Markt zwar kurzfristig erholen, ein nachhaltiger Aufwärtstrend ist jedoch noch nicht bestätigt.
Fazit
Die Lage bleibt angespannt. Eingeschränkte Lieferketten und politische Unsicherheiten stützen das Preisniveau, während kurzfristige Rücksetzer weiterhin möglich sind. Für den Binnenmarkt ergibt sich aktuell weiteres Aufwärtspotenzial bei den Preisen.
Börsendaten 22.04.2026 um 08:37
ICE-Gasoil MAI: 1146.50$
ICE-Brent JUN: 97.56$
NY-Rohöl WTI JUN: 88.66$
US-Dollar/CHF: 0.7799
Rheinfracht nach Basel: 31.00