Die Ölfutures sind weiterhin stark von geopolitischen Spannungen geprägt, insbesondere vom anhaltenden Konflikt mit dem Iran. Dadurch sind die Ölpreise in dieser Woche deutlich gestiegen und haben neue Höchststände erreicht. Der US-Rohölpreis WTI lag erstmals seit Januar 2025 wieder über 80 US-Dollar pro Barrel, während Brent erstmals seit Juli 2024 über 85 US-Dollar schloss.
Mehrere Faktoren treiben die Preise nach oben. Dazu zählen der Iran-Konflikt, Angriffe im Persischen Golf, die Ausweitung der Auseinandersetzung zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon sowie Produktionsprobleme im Irak. Zusätzlich hat China seine Raffinerien angewiesen, die Ausfuhr von Diesel und Benzin vorübergehend zu stoppen, was insbesondere die Preise für Mitteldestillate stützt.
Die Preisanstiege werden derzeit weniger durch tatsächliche Schäden an Öl-Infrastruktur verursacht, sondern vor allem durch Sorgen über mögliche Angebotsengpässe. Da der Transport durch die Strasse von Hormus stark eingeschränkt ist, füllen sich die Lager der Produzenten im Nahen Osten. Einige Länder, insbesondere der Irak, erwägen deshalb eine Drosselung der Ölproduktion.
Gleichzeitig erwägt die US-Regierung, in den Handel mit Ölfutures einzugreifen, um die hohen Preise zu bremsen. Wie ein solcher Eingriff aussehen könnte, ist jedoch noch unklar. Auch eine mögliche Freigabe von Öl aus den strategischen US-Reserven steht zur Diskussion, wurde bislang aber noch nicht beschlossen.
Darüber hinaus haben die USA Indien vorübergehend erlaubt, mehr russisches Öl zu kaufen. Diese Ausnahme gilt jedoch nur für Lieferungen, die bereits vor dem 5. März verladen wurden, und läuft am 4. April aus.
Analysten warnen, dass die Ölpreise weiter steigen könnten, falls der Ölfluss durch die Strasse von Hormus über längere Zeit stark eingeschränkt bleibt. In diesem Fall könnte der Brent-Preis laut einer Einschätzung von Goldman Sachs sogar die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschreiten.